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Es war eine sehr schöne Vorstellung. Ich war mit mir und der Welt zufrieden und wollte mich mit ein paar Kollegen und Freunden ins Foyer setzen, um noch ein bißerl zu ratschen und den Abend ausklingen zu lassen.
Da kommt ein alter Bekannter mit seiner Freundin auf mich zu. Er begrüßt mich sehr herzlich, aber noch herzlicher begrüßt mich seine Freundin. Sie fällt mir um den Hals, mit einem irritierenden Überschwang, aber ich freue mich und lasse mir ihre Begeisterung gerne gefallen.
Man sei gerade zufällig am Theater vorbeigekommen und wollte nur mal schauen, wer da heute spielt. Umso erfreulicher sei es, dass man gerade mich hier anträfe, nach so langer Zeit.
Ich schau mir die Freundin meines Bekannten an und beginne zu grübeln: „Schon wieder! Schon wieder jemand, der mich gut kennt. Und ich kann mich an nix erinnern.“ Sie schaut mich erwartungsvoll an. „Ja, kennst mich nicht mehr?“ Ich bin in der Defensive und meine: „Tut mir leid. Bitte hilf mir!“
„Na, die Susi, kennst mich nicht mehr?“ Ich kenne sie nicht mehr. Aber ich müsste sie unbedingt kennen, verrät mir ihr durchdringender und jetzt doch leicht enttäuschter Blick.
Die Sache beginnt, mir sehr peinlich zu werden.
Auch ihr Freund, mein Bekannter, schaut mich fassungslos an.
„Aber das gibt’s doch nicht.“ Sagt sie. „Am Frühlingsfest vor ein paar Jahren, mein Freund war auch dabei.“ Jetzt rattern die Mühlen in meinem Kopf, dass man sie fast schon hören kann.
„Wir haben doch miteinander geschmust, Du und ich.
Weißt Du das nicht mehr?“
Bumm!! Das ist jetzt echt der Hammer!
„Wann soll das gewesen sein?“ frage ich und sie nennt mir eine Jahreszahl und zählt mir Namen auf, von Leuten, die ich tatsächlich kenne und die angeblich mit mir und ihr einen Abend in einem Bierzelt verbracht hätten. Irgendwann soll ich wild mit dieser Susi herumgeknutscht haben.
Mir fällt nix mehr ein und ich denke kurz an eine versteckte Kamera, aber Susi bleibt absolut glaubhaft. Sie beschreibt mir sogar, wie gut ich küssen und wie oft sie daran zurückdenken würde. Ich versinke in einem Meer von Peinlichkeit und Selbstzweifeln und beginne, mich zu entschuldigen. Die ganze Angelegenheit zieht sich über eine viertel Stunde.
Da wechselt sie plötzlich die Stimmung, lacht und meint:
„War alles ein Quatsch. Stimmt alles nicht. Beruhig Dich.
Ich bin eigentlich wegen etwas ganz anderem da.
Ich würde gerne in der Kabarett- und Comedy-Szene etwas Fuß fassen und da wollte ich Dich fragen, ob Du mich da nicht irgendwie unterstützen könntest…“