Fasten und Jokerday

22.02.16
Ich verzichte auf Fleisch und Alkohol. Und heute ist Tag 13 meiner Fastenzeit. Der richtige Moment für eine kurze Zwischenbilanz: ich fühle mich gut, komm morgens hervorragend aus dem Bett und meine Laune ist ansteckend erfrischend. Ich scheue auch keine Diskussion zum Sinn des Fastens. Und ich widerspreche auch nicht, wenn man mir entgegenhält, dass das doch bloß wieder so ein Ausläufer eines gesamtgesellschaftlichen Optimierungswahns sei.
Aber was die Sache für mich wirklich spannend macht, ist eine Begleiterscheinung des Fastens, die mir in diesem Jahr erstmals so richtig vor die Füße gefallen ist: der sogenannte Jokerday! Es handelt sich um einen Auszeit-Tag, an dem die Verzichtsübung eingestellt werden darf. Angeblich kannten schon die alten Mönche diesen Jokerday. Und zwar waren es gleich mehrere. Offenbar jeder Sonntag in der Fastenzeit. So leicht wollte ich es mir nicht machen und entschied mich nur für einen. Jeweils für einen. Einen für Fleisch und einen für Alkohol. Eigentlich wollte ich garkeinen Jokerday, aber bereits am Tag 3 ist mir folgendes passiert: ich war mit einer Freundin beim Frühstücken und erst anschließend, als ich in mein Auto einstieg, wurde mir plötzlich bewusst, dass ich gerade eine ganze Platte Zerano-Schinken und Salami verspeist hatte. Ich musste herzlich über mich lachen und erklärte mein Malheur kurzerhand zum Jokerday und eröffnete mir damit einen weiteren Auszeit-Tag in Bezug auf Alkohol. Das war gestern. Ein Freund feierte Geburtstag. Es war herrlich: zwei Augustiner und drei Schnaps. Ich war angenehm berauscht, schon nach dem ersten Schluck. Ein schöner und billiger Rausch. Aber fragt mich nicht, wie es mir heute geht!
Es ist, als hätte ich noch nie so gesoffen! Eine Scheiss-Idee, dieser Jokerday