Eigentlich geht’s uns doch gut

09.01.17

„Man muss den Leuten klar machen, dass es uns doch eigentlich gut geht! Das muss viel mehr in die Medien!
Dann haben die ganzen rechten Deppen überhaupt keine Chance mehr.“ sagt kürzlich ein alter Freund zu mir.
Und ich antworte ihm, dass ich garantiert einen ordentlichen Shitstorm auslösen würde, wenn ich das in eine Fernsehkamera sage.
„Ja, aber es ist doch so. Bei uns geht’s doch niemanden wirklich schlecht.“ Unterstreicht er seine Aussage.
Ich frage ihn, ob er das wirklich ernst meine,
ob er denn noch nichts gehört hätte, von den vielen Menschen,
die sich mit Eineurojobs mehr schlecht als recht über Wasser halten. Von den alten Leuten, die ihr Leben lang gearbeitet haben und deren Rente trotzdem nicht über eine kärgliche Grundsicherung hinausreicht.
„Ja sicher, aber es gibt viel zu viele, denen es eigentlich gut geht und die sich aber trotzdem abgehängt fühlen.“
Tja, aber wer sind die denn? Frage ich.
Ab wann geht’s Dir denn eigentlich gut bzw. schlecht?
Sicher, dafür gibt es Zahlen von verschiedenen Organisationen und Ministerien. Aber das eigene Wohlgefühl hängt doch letztlich immer davon ab, womit man sich vergleicht.

Mich würde interessieren:
Wie ist das bei Euch? Geht’s Euch gut?
Und vor allem: Mit wem und womit vergleicht Ihr Euch?
Mir geht’s gut und ich vergleiche mich dabei oft mit meiner eigenen Vergangenheit. Mir ist bewusst, dass es mir irgendwann wieder schlechter gehen kann, vielleicht sogar sehr viel schlechter. Aber deshalb gerate ich heute nicht in Panik.