Adventssamstag in Frankfurt

Ich brauche noch dringend Geschenkpapier und Karten für meine Leute.

 

Schnell in einen Schreibwarenladen, sofort fündig geworden und ab an die Kasse. Eine große Menschenschlange und gestresste Verkäuferinnen, die wie die Maschinen arbeiten, aber freundlich bleiben. Endlich bin ich dran, werde mit einem professionellen Lächeln gegrüßt, leg meine Sachen auf den Tisch, die Sache kostet mich 7.85 Euro. Ich lege einen 10Euroschein hin und drei Euromünzen. Die Verkäuferin lächelt mich ein zweites Mal an und gibt mir 15 Cent heraus. Darauf wünscht sie mir einen schönen Tag und möchte sich der nächsten Kundschaft widmen. Ich bleibe aber stehen und meine: „Ich kriege noch 5 Euro.“ Mit einem Schlag verschwindet jede Freundlichkeit aus ihrem Gesicht. „Sie haben mir einen 5Euroschein gegeben und 3 Euromünzen.“ Darauf sage ich:

„Es war ein 10 Euroschein. Ich bin mir sicher.“ Sie wird noch strenger und meint:

„Es waren 5 Euro. Ich bin mir sicher.“ Die Menschenschlange hinter mir wird unruhig und ich gebe klein bei. „Dann haben Sie wohl Recht.“

Für einen Moment glaube ich, tatsächlich im Unrecht zu sein und dann fällt mir wieder ein, dass ich definitiv nur einen 10 Euroschein im Geldbeutel hatte. Ich will noch einmal zur Kasse zurück. Aber da kann ich jetzt nicht mehr hin bzw. ich müsste mich noch einmal hinten anstellen. Das stinkt mir. Und noch mehr stinkt mir, dass diese Verkäuferin von mir denkt: „Der wollts halt mal probieren.“

Und vielleicht sieht sie mich mal im Fernsehn und dann denkt sie sich:

„Und der hatte es nötig, mich um 5 Euro zu bescheissen!“ und das stinkt mir noch mehr.