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Nicht erwachsen. Michael Altingers amüsantes Programm „Das Ende vom Ich“
(Süddeutsche Zeitung 18.03.2011)

Mein Gott, jetzt ist der Altinger, dieser ewige Lausbub, auch schon 40! (...) Wenn selbst der anfängt, vom Älterwerden zu reden! (...) Dann bekommt man es ein bisschen mit der Angst zu tun: Der wird doch nicht erwachsen werden, der Altinger? Keine Sorge: Er wird nur ernster. Sagt er. (...) Altinger ist kein politischer Kabarettist, sondern einer, der gesellschaftliche Phänomene beleuchtet, der die Entwicklung „vom Bettnässer zum Wellnesser“ beobachtet, das Wesen der Super-Model-Mami mit ihrem „Projektkind“ entlarvt, den herrlichen Widersinn des Begriffs „Familienpackung Kondome“ entdeckt und das Blackberry auf gut niederbayerisch „Hirn im Schachterl“ nennt. Dazu singt er mehr als passabel, seit eh und je an Gitarre und Keyboard begleitet von Martin Julius Faber. Der ist angeblich auch schon ziemlich alt. Macht aber nix. Denn trotzdem sind die beiden Typen, mit denen man gern Bier trinkt und das ein oder andere Pferd stiehlt. Und denen man immer wieder gern zuhört.

Erfrischender Blödsinn
(Abendzeitung März 2011)

„Schöner Arsch” heißt das neue Programm, mit dem Altinger und seine ausschließlich aus Julius Faber bestehende „Band” im Lustspielhaus gastiert. Damit ist alles gemeint, was sich mit dem kruden Titel verbindet – nur kein attraktiver Körperteil. Schöne Ärsche sind jene, die den Schein dem Sein vorziehen. Da gibt es etwa im Netz das „Elite-Matching”, das Altinger übersetzt mit „der Herr Doktor suacht a Oide”. Also nicht einfach „vögeln, sondern auch argumentieren”.
Die Produktion schöner Ärsche beginnt in der Schule mit der Alternative „Abitur oder Depp”. Mancher alkoholkranke Chirurg, grübelt Altinger, wäre ohne Abitur als Metzger zufriedener gewesen. Aber solchen Gedanken hängt er nicht lange nach. Dann packt ihn wieder die Lust an der Pointe und der Sinn für herzerfrischenden Blödsinn. Das ist nichts für Witz-Phobiker.

Sympathischer Hundsbua
(Münchner Merkur März 2011)

Topfit ist er noch, trotz gespielt larmoyanter „Weißt Du noch?“-Sehnsucht nach der Vergangenheit, der guten alten Zeit. Kaum zu fassen, in welchem Tempo Altinger seine (Running) Gags heraushaut, redend und singend. Auf nichts kann man sich verlassen in dieser mit lauter, rauer Stimme und deftigem Dialekt dargebotenen Performance. Was gerade noch wie zarte Liebeslyrik zu schweben beginnt, stürzt sogleich als Gaga-Wortklumpen zu Boden.
Michael Altinger ist ein cleveres Chamäleon, auch in eigener Sache, virtuos wechselt er die Rollen für den optimalen Effekt. Ein sympathischer Hundsbua, ein miserabliger Held.

Es ist nicht alles „happydeppi“
(Donau Kurier März 2011)

Er beherrscht die Kunst des Kabaretts nach allen Maßstäben, deswegen hat man ihm das mit der Ernsthaftigkeit dann doch nicht abgenommen. (...)Singen kann er auch noch. Auch wenn er nicht der Sänger von „Pur“ ist, mit dem er oft verwechselt wird. Mit seiner Stimme vollbrachte Altinger außerdem noch ganz andere Wunder: Sei es eine adlige hochnäsige Dame oder ein alter verbitterter Mann, er hatte alle Stimmlagen drauf.

Der Peter Pan der Kabarettisten
(Neuburger Rundschau März 2011)

Aufgedreht und völlig verzwirbelt versucht er den ganzen Abend seine Fans zu überzeugen, dass er jetzt intellektuell und gebildet lebt und liest. Aber warum glaubt ihm das nur keiner? Vielleicht liegt das an der Art des Rezitierens seiner ausgesucht tragenden Gedichte, oder einfach nur daran, dass Michael Altinger den nie erwachsen werdenden Komiker personifiziert. Er ist einfach der Peter Pan der Kabarettisten und, wenn er versucht ernst und tragend zu sein, ist es wieder einfach nur lustig.

Neuer Nonsens von Altinger
(Oberbayerisches Volksblatt März 2011)

Wenn man Altinger erlebt, dann stellt man schnell fest, dass er seinen Zuschauern sogar mit Themen wie dem neuen In-Nahrungsmittel Wasabi oder Tierparkbesuchen Lachtränen in die Augen treibt. Denn seine locker-lässige Art, seine Schlagfertigkeit, das schauspielerische Talent, ausgeprägte Mimik und Gestik machen den Eiselfinger zu einem faszinierenden, überzeugenden Kabarettisten - egal worüber er redet. Dazu kommt, dass Altinger Alltagssituationen wunderbar authentisch-überspitzt präsentieren kann. Derb ist er des öfteren, keine Frage, aber auch intelligent.