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Haben Sie auch schon Panik vor dem frohen Fest?
Treibt Sie der Gedanke an Weihnachten an, eine kleine Reisetasche
zu packen, und zu kontrollieren ob das handliche Beil im Keller
noch richtig scharf ist?
Sollte das so sein, sind Sie genau richtig. Denn der Altinger und
seine Band (Martin Julius Faber) zeigen uns die Dramen der bayerischen
Weihnacht, wie sie Ludwig Thoma völlig betrunken nicht eingefallen
wären. Altinger analysiert die Verhaltensweisen und Rituale
der bayerischen Weihnacht , um zum glasklaren Schluss zu kommen,
dass die Verlierer im großen Kampf rund um den Baum immer
die MÄNNER sind. Es beginnt doch schon mit Josef selbst: Von
Maria mit dem heiligen Geist betrogen, vom Erzengel bis nach Ägypten
getrieben und dann von Evangelisten noch einmal kurz erwähnt,
weil sein pubertierender Ziehsohn in Jerusalem mal ohne seine Eltern
einen drauf machen will. Und ansonsten? Danke, das war's!
Und heute? Der blanke Terror und das innere Wehgeschrei
der bayerischen Männlichkeit, nur notdürftig überdeckt
mit weihnachtlicher Stubenmusik.
Der Altinger wird uns gnadenlos konfrontieren mit den real existierenden
Archetypen: mit der harmoniesüchtige Gattin, die unsere in
ihrer Schlichtheit liebgewonnenen Wohnungen mit aberwitzigem, von
zarten indischen Kinderhänden mit Liebe verschweißtem
weihnachtlichen Tand verunstaltet, um klar zu signalisieren: "Wehe
es wird nicht schön!" Und dann das Kind, das wirbelsturmgleich,
und mit eben solch verheerenden Auswirkungen, über uns und
unseren Dispokredit hereinbrechen wird. Zu guter Letzt kreuzt dann
auch noch die Verwandt-schaft in Gestalt der Schwiegermutter auf,
um die letzten Reste von Feierlichkeit in Schutt und Asche zu legen.
Um uns dieses Jahr also besser auf das Unvermeidliche
vorzubereiten, schauen wir uns das Drama in seiner ganzen Pracht
und Absurdität an, um nachher vielleicht doch die kleine Reisetasche
zu benützen, bevor der Wahnsinn seinen unvermeidlichen Lauf
nimmt.
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